Wir müssen aufklären! - Patrick Hutsch im Börsenblatt zu falschen Vorstellungen über die Preisbindung

Die Monopolkommission hat der Bundesregierung eine Abschaffung der Buchpreisbindung empfohlen. Aus gegebenem Anlaß geben wir hier einen kurzen Verweis auf einen Artikel von Schöffling-Verlagsleiter Patrick Hutsch zum Thema Preisbindung, nachzulesen hier in der Onlineausgabe des Börsenblatt des Deutschen Buchhandels

 

Wir selbst - als Buchhändler dieser Tage von MDR Aktuell um ein Statement gebeten - sehen das angedrohte Szenario einer fehlenden Buchpreisbindung so: Die großen Buchhandlungsketten und natürlich auch der maßgebliche Onlinehändler Amazon würden wohl zunächst über Rabattschlachten den Markt neu aufteilen, auf der Strecke würden hier die meisten mittlelgroßen und viele kleinere Händler bleiben. Langfristig würden nur noch wenige Einzelkämpfer neben den 4-5 Großanbietern bestehen. Letztlich würde es auch massiv die kleineren Verlage betreffen, die ja bei einem großen Buchhandlungssterben keine unabhängigen Abnehmer mehr hätten. Und es ist ja kein Geheimnis, daß bereits heute die Buchhandlungsketten die Bestsellerproduktion zu größeren Teilen über "Eintrittsgelder" in Form von eingeforderten Werbekostenzuschüssen lenken, weshalb man auch bei diesen Buchhändlern immer wieder die Bücher gleichgearteter Verlage an den Kassenbereichen sieht. Eine Aufhebung der Preisbindung würde zu einer Monokultur führen, viele Projekte wären nicht mehr möglich. Top-Ten-Titel wären wohl billiger zu haben, schwierigere Editionen entweder sehr teuer oder eben überhaupt nicht mehr zu finanzieren. Es gäbe keine Vielfalt mehr auf dem Buchmarkt.

 

In "Buchangelegenheiten" haben wir mit der Staatsministerin Monika Grütters eine starke und engagierte Fürsprecherin, die selbst der aktuellen Empfehlung der Monopolkommission kritisch  entgegensteht. Und der Hintergrund dieser Empfehlung ist, wenn man sich die Begründung dieser Kommission anschaut, auch wieder einmal vorrangig von  EU-Interessen geprägt, die ja nicht immer einen Bezug zum praktischen Leben haben.

 

 

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Lene Voigt (um 1910), Foto: Archiv der Lene-Voigt-Gesellschaft e.V.
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