Leipziger Buchmesse-Nachlese 2018

2018 leider vernachlässigt: Der sonst so geliebte Eisautomat der Messehalle 5
2018 leider vernachlässigt: Der sonst so geliebte Eisautomat der Messehalle 5

Dies war eine Messe, über die man noch sehr lange sprechen wird. Da war zunächst im Vorfeld die Sorge, ob politische Auseinandersetzungen die Veranstaltung bestimmen werden. Ja, es gab Rangeleien und unschöne Szenen und die Aussteller der Halle 3 waren sicher nicht amüsiert über die rechte Nachbarschaft mit starker Polizeipräsenz. Wie damit umgehen? Wir werden diese Diskussionen weiterführen, so wie auch die über Uwe Tellkamp und über die Möglichkeiten, die man hat, wenn man mit der Meinungsäußerung eines anderen nicht übereinstimmt. Diesen Gesprächen, die ja mittlerweile fast überall zu Hause sind und auch beim Besuch von Onkel und Tante das Familienfest bestimmen, können wir uns natürlich auch im Geschäftsalltag nicht entziehen. Aber in der Tat ist hier, in einer Buchhandlung, oft diese Situation, also miteinander zu reden und dennoch verschiedener Meinung zu sein, nicht so unmöglich wie vielleicht an anderen Orten. - Mit der Messe kam dann der Schnee und das Verkehrschaos und das war das eigentliche Problem, denn Besucher und auch Autoren kamen nicht immer unbedingt dort an, wo sie hinwollten. Wir betreuten wieder unzählige Lesungen an verschiedensten Orten und hatten im eigenen Hause, im Specks Hof, wieder einige magische Momente im Warmen mit Schneegedichten, fröhlichen Autoren, zufriedenen Verlagsmenschen und einem dankbarem Publikum. Unsere Nachbarschaft, an der Leseinsel der jungen Verlage, war wie immer fidel und am Messesonntag einem Trunke nicht abgeneigt,  Mittlerweile sind wir da wohl wie alte Latschen. Nur unser Eiskonsum war wohl in diesem Jahr im Keller. Das holen wir demnächst nach. - Mit einem Dank an alle unsere Helfer! Peter Hinke

 

P.S.: An dieser Stelle muß unbedingt noch verwiesen werden auf einen in Leipziger Stunden der Not entstandenen Text des Autors und Verlegers Jo Lendle. So entsteht große Literatur! Auszug: "Man steht am Gleis, im Wind, im Schnee, im Angesicht der Unendlichkeit. Letztere offenbart sich auf den Anzeigetafeln am Gleis. Die Informationspolitik der Deutschen Bundesbahn verbindet alle Charakteristika moderner Literatur: Sie ist offen, brüchig, antwortlos. Sie spiegelt die existentielle Unbehaustheit des Einzelnen in einer als unverständlich erlebten Gegenwart." weiterlesen hier: http://jolendle.de/wordpress/es-schneit/

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Lene Voigt (um 1910), Foto: Archiv der Lene-Voigt-Gesellschaft e.V.
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