Vulkane, Hünengräber, Messetürme - Über ein Buch voller Leipzig-Visionen

Leipziger Messeturm (Entwurf 1920) - Warum nicht?
Leipziger Messeturm (Entwurf 1920) - Warum nicht?

"Leipzig-Visionen Gestern und Heute in Science Fiction und Städtebau-Phantasien" heißt das Buch, welches wir heute empfehlen möchten. Ein langer Titel, eine verrückte Einbandillustration und 534 Seiten voller Entdeckungen.

Eine Besprechung von Elmar Schenkel:

Das andere Leipzig gibt es immer: es ist das virtuelle, nicht-gebaute, nur erträumte und gedachte, manchmal auch erfürchtete Leipzig. Eine unsichtbare Stadt und doch ein Generator von Ideen und Bildern davon, wie es hätte sein können oder wie es einst gewesen sein könnte. Der bildreiche Band mit dem schrägen Coverbild (künstliche Welten vor dem Augusteum) lädt ein zu einer ausschweifenden Wanderung durch die Visionen, die man sich über das zukünftige Leipzig seit dem frühen 19. Jahrhundert machte. Ausgangspunkt ist der Traum eines C.D. am Osterheiligabend 1836, der sich Leipzig hundert Jahre später vorstellt. Er sieht eine Feenwelt der Zukunft, in der Reudnitz kein Dorf mehr, sondern Stadtteil geworden ist, er weiß von zwei Kriegen, aber auch von Classic Open und sieht auf der Ebene namens „1813“ ein Hünengrab erstehen, das länger als die Pyramiden dauern werde. Max Bunge (bekannt als Hans Reimann) träumt von Ballspielen im Leipzig der Zukunft, in denen man nach dem Sieg die Bälle essen kann. Bauten wie der Messeturm mit seinen babylonischen Erinnerungen oder das gigantische Messegebäude über dem Schwanenteich sind glücklicherweise nicht realisiert worden, ebenso wenig wie die Olympischen Spiele, mit denen sich neuere Beiträge beschäftigen. Sebastian Ringel sieht in Leipzig eine surreale Mathematik am Werk: „Es zählt das Jahr 2030. Die Zeit verging wie im Fluge. Zweitausend Jahre wird Leipzig alt. Erst 1965 hatte die Pleißemetropole ihren achthundertsten Geburtstag gefeiert, 2015 bereits den tausendsten. Und nun, im Jahre 2030, steht schon das zweitausendste Jubiläum an?“ Grundlage ist ein bislang geheim gehaltenes Dokument des Vatikan, das Leipzig im Jahre 30 als römische Strafkolonie erwähnt. Mir persönlich gefallen am besten die Spekulationen und Fantasien um den Scherbelberg im Rosenthal, der bekanntlich ein Müllberg war. An heißen Tagen stank er, man vermutete einen Vulkan in ihm, man machte ihn zum Ausflugsziel – zumindest auf den zahlreichen Postkarten um 1900, die dem Band beigegeben sind und zeigen, dass man auch in den alten Zeiten verdammt viel Spaß hatte und viel Selbstironie vertrug. Lene Voigt, die große, träumte in ihrer Jugend von Leipzig als Seestadt: „Wenn mir ärscht Seeschtadt sin…“ Da wurde sie verhohnepipelt. Später schrieb sie etwas, was für viele Denker des Andersseins gilt: Doch heite endlich gann / ich schtill mich frein: Gloobt feste an was dran, dann trifft’s ooch ein! /  Elmar Schenkel

 

Leipzig-Visionen Gestern und Heute in Science Fiction und Städtebau-Phantasien,

hg. vom Freundeskreis Science Fiction e.V. / Zossen: Edition SOLAR-X 2015, 534 S., gebunden, € 29.90. /

Zu erwerben bei uns im Specks Hof und im Wörtersee!

 

Elmar Schenkel: Mein Jahr hinter den Wäldern / ab 16.3.2016 im Buchhandel

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