Sind Buchverschenker schmusiger? oder Wie peinlich darf Werbung sein?

Schon vor ein paar Wochen flatterte uns von der Marketingabteilung des Börsen- vereins des Deutschen Buchhandels ein Paket mit dem beiliegenden Postkartenmotiv ins Haus, ein Produkt der Initiative "Vorsicht Buch!", also einer Initiative, die u.a. durch uns als Buchhandlungen finanziert wird. "Vorsicht Buch!" wurde als Kam- pagne im letzten Frühjahr ins Leben gerufen, mit vielen gutgemeinten Aktionen, über deren ästhetische Umsetzung man jedoch streiten kann. Wir gehören zu den Buch- händlern, die natürlich die Aktionen an sich in ihrem Anliegen gut heißen, aber mehr als einmal peinlich berührt vor den großflächigen Plakaten im Stadtbild standen. Sollen so mehr Menschen für den Buchhandel begeistert werden? Wie gesagt, bis- lang sahen wir uns als stille und auch spöttische Beobachter manch dieser Pein- lichkeiten, doch die aktuelle "Buchverschenker-sind-schmusiger"-Kampagne ist der bisherige Gipfel des schlechten Geschmacks der vom Börsenverein beauftragten Gestalter. Schlechter geht es wohl kaum, typografisch und wohl auch vom Slogan her, der den Eindruck erweckt, daß ältere Herrschaften schenkelklopfend jugendlich daherkommen wollen. Was also tun damit? Wir haben lange überlegt, warum wir nicht einfach stillschweigend diese Motivkarten wegwerfen sollten, aber ein Blick in die Kommentare bei www.boersenblatt.net zeigt uns, daß wir mit unserem Eindruck nicht allein stehen. Deshalb nun auch mal eine Zeile von uns: Lieber Börsenverein! In der Kampagne "Vorsicht Buch!" stecken unsere Mitglieds- beiträge und unsere Glaubwürdigkeit. Warum kann man nicht einfach mal gute Leute beauftragen, die das auch umsetzen können?

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Anne (Dienstag, 11 Februar 2014 11:23)

    Sehr treffend.

  • #2

    Face_65 (Donnerstag, 13 Februar 2014 10:25)

    Och, es geht doch noch schlimmer… http://www.boersenverein.de/sixcms/media.php/1117/Zahlen_Buch_Dates_2014.pdf
    Ja, offenbar hat der BV zu viel Geld und Langeweile. Ich glaube aber nicht an die Alleinschuld der ansonsten recht renommierten Agentur, sondern dass die Auftraggeber Besseres verhindert haben.

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