Lieblingsbuch im Monat August: "Wenn die Wale an Land gehen"

gutes Buch, schon etwas abgeliebt
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Kathrin Aehnlich, 1957 in Leipzig geboren, hat bereits mehrere Romane  veröffentlicht, "Alle sterben auch die Löffelstöre" war bislang ihr bekanntester Titel. Nun "Wenn die Wale an Land gehen", ein leichtes, unterhaltsames und dennoch nachdenklich machendes Buch: Roswitha studiert im Leipzig der 80er Jahre, mit ihrer Clique lotet sie Freiräume und Grenzen des realexistierenden Sozialismus aus und weiß zu jeder Situation einen passenden Rocksong. Musik spielt eine große Rolle, verspricht Rettung in jeglicher Situation und kündet mittels Plattenspieler von Freiheit. Im Mittelpunkt des Geschehens steht auch Mick, eine Art früher Hipster und Roswithas bester Freund:  "Er trug nicht Jeans wie alle anderen, sondern blaue Stoffhosen mit Bügelfalte, die er "Busfahrerhosen" nannte, dazu graue Feinrippunterhemden "halber Arm" und darüber die zu große "Präsent-20"-Jacke seines Vaters, an deren Revers eine Mainelke vom "VEB Kunstblume" steckte." Mick stiftet seine Freunde zu skurillen Rockopern an, dreht mit ihnen Super-8-Filme und träumt von Amerika. Doch nach dem Studium werden die Freunde in einen sozialistischen Alltag geworfen, den sie so nie leben wollten. Und dann gibt es auch noch die "Handwerker", wie hier ironisch die Genossen der Staatssicherheit genannt werden. Einige der Freunde kämpfen dagegen an, einige geben auf oder fügen sich, einige scheitern. Und Etta James singt "Something told me the game is over...".
Mick verschwindet, wie so viele damals gen Westen und folgt seinem Traum nach New York. Roswitha begibt sich Jahrzehnte später auf die Suche nach ihm...

Kathrin Aehnlich erzählt mit viel Atmosphäre und Ironie vom Leben in der späten DDR, von einem dem Untergang geweihten Land, in dem man als hier geborener Zwanzigjähriger oft nicht wußte, wie man ihm begegnen sollte, denn man kannte nichts anderes als als diese Realität und die Träume und die Sehnsucht nach einem anderen Leben. "Wenn die Wale an Land gehen" ist ein Glücksfall und unbedingt zu empfehlen! P.
                                                                                                                                              

Kathrin Aehnlich
Wenn die Wale an Land gehen. Roman
schön gebunden, mit Schutzumschlag, 250 Seiten
Antje Kunstmann verlag
978-3-88897-859-3 

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Lene Voigt (um 1910), Foto: Archiv der Lene-Voigt-Gesellschaft e.V.
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Pressestimmen zu Bernd Schirmer "Silberblick":

"Der Roman Silberblick ist ein wunderbares, ein gelungenes und auf stille Weise sehr wichtiges Buch, das sich gerade deshalb allen Superlativen entzieht." - Undine Materni / Sächsische Zeitung

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"Der »Silberblick« ist der Blick, der das Daneben sieht, die andere Möglichkeit. Taten und Tatsachen der DDR-Realität sind das Eine, erzählerisch ergiebig wird es erst recht, wenn - und Schirmer gelingt das wie nebenbei - die Stimmungen und Mentalitäten dahinter erkundet und erhellt werden. Wenn die Riten und Gepflogenheiten im beruflich-gesellschaftlichen Umgang subtil geschildert, die Redeweisen, Formeln und Floskel, die in der Öffentlichkeit gang und gäbe waren, lustvoll archiviert werden." - Jürgen Engler / Neues Deutschland

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"In der Geschichte wird politisiert, und es wird getrunken, zunächst die bulgarischen und ungarischen Tropfen, ehe man Bordeaux und Sancerre, Silvaner aus dem Elsass und Burgunder genießen kann. (...) Das alles wird mit Nachdenklichkeit und Ironie, mit Humor und Traurigkeit erzählt, eine Lebens-Geschichte, wie sie sich immer wieder ereignet." - Klaus Walther / Freie Presse

 

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